Malte Radtki  // zwischen Straßen  // TKY  // SPECIMENS  // Drama  // image/con/text  // Kollektive Fragmente

Projekte

4.)  Drama

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Verlag
Reimer Verlag
Publikationsjahr
2020
Sprache(n)
Deutsch/Englisch
Seitenzahl
352

image/con/text. Dokumentarische Praktiken zwischen Kunst, Journalismus und Aktivismus

Hrsg. von Karen Fromm, Sophia Greiff, Malte Radtki und Anna Stemmler.

Im Medium Fotobuch, aber auch in Film, Multimedia und Comic eröffnen aktuelle journalistische und künstlerische Erzählformen neue Perspektiven für das Feld von Fotojournalismus und Dokumentarfotografie. Dabei erweitern sie den Blick über die Grenzen des konventionellen Verständnisses der dokumentarischen Form hinaus. Sie betonen die Kontextualität von Fotografie, indem sie auf die Komplementarität der Zeugenschaft setzen, und zeigen, dass sich Bedeutung nur im komplexen Zusammenspiel von Bildern, Texten und Dokumenten erschließen lässt. Die im vorliegenden Band betrachteten Strategien bewegen sich zwischen journalistischen, künstlerischen und aktivistischen Positionen, sie verweben Fakt und Fiktion und spüren Machtkonstellationen im Darstellungsprozess auf.

Mit Text- und Bildbeiträgen von: Laia Abril, Crofton Black, Edmund Clark, Susanne von Falkenhausen, Joan Fontcuberta, Karen Fromm, Sophia Greiff, Thomas Helbig, Eva Leitolf, Regine Petersen, Max Pinckers, Peter Puklus, Malte Radtki, Fred Ritchin, Anja Schürmann, Alisha Sett, Anna Stemmler, Florian Sturm, Friedrich Weltzien.

www.image-matters-discourse.de
Publikation
image/con/text.
Dokumentarische Praktiken
zwischen Journalismus,
Kunst und Aktivismus
Publikationsjahr
2020
Sprache(n)
Deutsch
Seiten
222–247

Kollektive Fragmete. Peter Puklus' The Epic Love Story of a Warrior

Das Fotobuch „The Epic Love Story of a Warrior” des in Rumänien geborenen und in Ungarn lebenden Künstlers Peter Puklus operiert in mehrfacher Hinsicht im Modus des Als-ob. Der Titel verspricht eine epische Erzählung. Mit seinen 468 Seiten unterstreicht das Buch diese Erwartung und suggeriert in seiner Form ein literarisches Werk. Unterteilt in vier Kapitel, die jeweils unterschiedlich lange Zeitabschnitte des 20. und 21. Jahrhunderts umfassen, scheint es sich darüber hinaus um eine Geschichtserzählung zu handeln. Irritiert werden diese Erwartungen allerdings durch den Inhalt des Buches. Abgesehen von Buch- und Kapiteltiteln folgt auf den ersten Blick kaum weiterer Text. Die epische Liebesgeschichte soll, so scheint es, nicht in schriftlicher Form, sondern in Bildern, konkret in Fotografien erzählt werden. Doch handelt es sich nicht, wie man vielleicht erwarten könnte, um historische Fotografien, um Archivbilder, Pressefotografien oder Dokumente. Die meisten Bilder sind im Studio des Künstlers entstanden und alle wurden in der Gegenwart aufgenommen. Mal Farb-, mal Schwarz-Weiß-Fotografien zeigen bricolageartige1 Skulpturen und Objekte, Stillleben, Porträts und (vornehmlich weibliche) Akte, die in sequenziellen Anordnungen mitunter den Anschein erwecken, Dokumentationen von Performances zu sein. Zwischen diese Studiosituationen mischen sich Fotografien von Fassadenansichten, Straßenszenen und Interieurs, in denen ausnahmslos auf die Abbildung von Menschen verzichtet wird. In dieser fragmentarischen Aneinanderreihung unterschiedlichster Visualitäten – die oftmals auf bestimmte künstlerische Tendenzen des 20. Jahrhunderts rekurrieren – entziehen sich die Bilder vorläufig der Überführung in die versprochene Narration, noch liefern sie eine kohärente Erzählung über den Zeitraum von fast 100 Jahren. Sie beharren mangels einer weiteren Kontextualisierung zunächst regelrecht auf ihrer Singularität und Unlesbarkeit. Was Form und Titel versprechen, kann der Inhalt scheinbar nicht einlösen. Gerade in dieser dem Buch zugrunde liegenden Dialektik lässt sich aber eine Strategie erkennen, die elementare Teile der Bedeutungskonstruktion an die Betrachter*innen übergibt.

Format
Full HD-Video
Publikationsjahr
2018
Sprache(n)
Deutsch (CC Englisch)
Dauer
5:18 min

Drama

Zusammen mit Felix Burchardt und Viola Maiwald / Musik: Jannis Wichmann

Ein Leben auf der Suche nach Liebe und auf der Flucht vor der Einsamkeit. Kerassa ist 17 Jahre alt, als eine Ehe ihren Lauf nimmt, die mit einer Entführung beginnt und in der Psychiatrie endet. Trotz allem bleibt die Sehnsucht: Jemanden zu finden und nicht alleine zu sein. Der Film erzählt die Geschichte einer Frau, deren Leben durch unerfüllte Liebe und Rückschläge geprägt wurde und die doch niemals die Hoffnung aufgab ihr Glück zu finden.


Publikationsahr
2020
Sprache(n)
Englisch
Seitenzahl
48
Papier
Munken Print White 115g/m2 1.8

SPECIMENS (Dummy)

SPECIMEN (noun)

1. an individual, item, or part considered typical of a group, class, or whole

2. a portion or quantity of material for use in testing


Foto: Benedikt Seemann

Malte Radtki studierte Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen und der Goethe Universität Frankfurt. Das Studium des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover hat er 2015 aufgenommen und widmet sich dort der praktischen und theoretischen Auseinandersetzung mit dem Dokumentarischen in der Fotografie. Als Teil der Fotografengemeinschaft Goethe Exil in Hannover organisiert und beteiligt er sich an Ausstellungsprojekten, Podiumsdiskussionen und Publikationen im Bereich Fotografie. Seit 2017 ist er Teil der Plattform [IMAGE MATTERS] und Herausgeber des Bandes "image/con/text. Dokumentarische Praktiken zwischen Journalismus, Kunst und Aktivismus" (2020).

News

Lumix Festival: „New Perspectives on Documentary Practices“

// Ausstellungsmangagement – 27/06/2020

Ursprünglich als ergänzende Ausstellung zum Wettbewerbsprogramm geplant, soll das Format “New Perspectives on Documentary Practices” einen Raum für die Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Entwicklungen im Bereich dokumentarischer Fotografie und bildjournalistischen Erzählens bieten. Es vertieft die Arbeit der im Studiengang „Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ der Hochschule Hannover geschaffenen Diskursplattform [IMAGE MATTERS]. Diesjährige Gast-Kuratorin war Iris Sikking, Kuratorin, Dozentin und Autorin aus Amsterdam.
Kategorisiert in vier Strategien legt Sikking eine Auswahl von zwölf Arbeiten vor, die ihren Ursprung in der journalistischen Fotografie haben, aber explizit deren mediale und erzählerische Grenzbereiche und Möglichkeiten ausleuchten.

https://lumix-festival.de/en/digital-exibitions/new-perspectives/

Lumix Festival: Iris Sikking im Gespräch mit Lisa Barnard und Robert Knoth

// Ausstellungsmangagement – 21/06/2020

Im Rahmen der Plattform „New Perspectives on Documentary Practices“ sprach Gastkuratorin Iris Sikking mit Lisa Barnard und Robert Knoth, zwei der ausgewählten Künstler*innen. Beide haben im Verlauf ihrer Karrieren daran gearbeitet aus dem fotojournalistischen Bereich auszubrechen und ihren eigenen visuellen Ansatz bei der Produktion, der Konzeption und der Verbreitung ihrer Projekte zu finden. Lisa Barnard und Robert Knoth werden über ihre Wahl der Präsentationsplattformen sowie den Wert intensiver Recherche sprechen. Zusammen mit Iris Sikking diskutieren sie über das Spannungsfeld zwischen der Hyperrealität des Journalismus und den eher abstrakteren Qualitäten von Kunst und Literatur, die einen selbstreflexiven dokumentarischen Ansatz erfordern.

https://www.youtube.com/watch?v=ZBJR23iD5T4

Lumix Festival: Podcast zur neuen [Image Matters]-Publikation

// Publikation – 21/06/2020

"Was sind die neuen Perspektiven des Dokumentarischen? Dieser Themenschwerpunkt reflektiert die sich verändernde Stellung der journalistischen Fotografie in der heutigen Welt. Zum Beispiel wird sich damit befasst, wie aktuelle Tendenzen des bildjournalistischen Erzählens die traditionellen Sehgewohnheiten verändern. Was passiert durch neue Erzählformen mit der klassischen dokumentarischen Fotografie und ändert sich vielleicht auch die Erwartungshaltung des Betrachters in diesem Thema? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, spricht Jan Nasemann mit dem IMAGE MATTERS Team und der Fotografin Alexandra Baumgarnter!"

https://lumix-festival.de/podcast/episode/6

Symposium: image/con/text. Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs

// Veranstaltung – 30/10/2019

Jenseits des Anspruchs an eine eindeutige Seh- und Lesbarkeit thematisiert eine Vielzahl aktueller dokumentarischer Diskurse ihre eigene Kontextualität als Voraussetzung von Bedeutungskonstitution und Wirksamkeit. Bedeutung stellt sich für sie über jeden Publikationskontext, mit jeder Rezeption, mit jeder Les- und Sichtart her, ist nicht fix, sondern fluide, zirkuliert und migriert. In der Kombination verschiedener Formen der Dokumentation und Zeugenschaft setzen aktuelle Projekte daher verstärkt auf Bild/Text-Kombinationen und deren Komplementarität. Dabei reflektieren sie, dass kein Dokument, kein Zeugnis von sich aus unmittelbare Evidenz vermitteln kann, sondern immer auch die Möglichkeit der Fiktion beinhaltet. Über die Idee eines Vergleichs der Medien von Bild und Text hinaus möchte das Symposium die Gesamtheit und Komplexität der Relationen von Bild und Text in Projekten insbesondere aus dem Bereich Fotobuch, aber auch im Film, Multimedia, Comic und den Erzählformen des Archivs untersuchen. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei der Frage, welche Auswirkungen die ‚Vernähung von Bild und Text‘ auf Konzeptionen von Zeugenschaft und Dokumentarismus hat. Kann die Idee der Komplementarität der Zeugnisse die Kluft zwischen Positionen absolutierter Wahrheit und Relativismus navigieren?

Das Symposium „image/con/text. Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs“ fand am 29. und 30. Oktober 2019 in Hannover an der Fakultät III, Medien, Information und Design, der Hochschule Hannover statt.

http://image-matters-discourse.de/symposium-image-con-text/